Radurlaub:
Fahrradreisen Osteuropa - Böhmerwald / Tschechien
Radtour im Grenzland des Böhmerwaldes
2 Proto-Reisen 2010
Das fast 40 Jahre unberührte Niemandsland an der bayerisch-böhmischen Grenze
ist heute teils National-park.
Die meisten Naturattraktionen
des Böhmerwaldes finden wir hier: Hochmoore, Gletscherseen, Wildbäche, Vydraschlucht, Moldauauen, Schachtenwiesen …
Sie lassen sich auf autofreien, aber asphaltierten Wegen und oft durch malerische Bachtäler und durch schöne Alleen erradeln.
Ein EU-Projekt (bis 2011) ermöglicht es, dass sich die Radtouren auch ohne große radsportliche Bergkondition schaffen lassen. Die „Grüne Radler-Busse“ des National-parks ersparen uns die schwierigsten Steigungen und bringen uns sprichwörtlich zu landschaftlichen und kultu-rellen Höhepunkten (mit anschließenden Genussabfahrten). Unsere Hauptunterkunft ist dafür in einem komfortablen, schön gelegenen Berghotel nahe Srni/Rehberg, wo die Schnittstelle der Nationalparkbusse ist.
Am Mittwoch geht es dann weiter der Moldau entlang und durch das Niemandsland ins Grenzdorf Bischofsreut, wo wir schon seit Jahren im Landhotel Matthiasl bei der Familie Madl "Zuhause" sind. Nach den Langlauftouren und Familienreisen kommen wir endlich auch als Radler dorthin. Von hier aus lassen sich wunderschöne Radtouren im Niemandsland zwischen Grenze und Moldauauen und entlang dem Schwarzenberger Schwemmkanal bis ins Mühlviertel machen. Der Moldauzug bringt uns jedesmal wieder zurück.
Der Böhmerwald ist ein literarisches Land.
Wir sind in der Heimat von Karel Klostermann. Seine lebensnahen Geschichten aus der Region machten ihn zwischen 1890 und 1920 zum meist ausgezeichneten Schriftsteller in Böhmen.
Aber auch in Adalbert Stifters Geburtsstadt Oberplan kommen wir. Und in die Urlaubsdörfer von Karel Èapek, Johannes Urzidil, Hermann Lenz …
So gibt es mancherorts schöne Gelegenheiten, mit heiteren und traurigen Geschichten den Böhmerwald noch intensiver zu erleben.
Reiseverlauf:
Sa.: Treffpunkt: Bahnhof Spicak 14.24 h
Die Waldbahn vom IC-Halt Plattling ab 13.07 h geht über die Grenze direkt bis Spicak. Genaueres im Anschreiben.
(Autofahrer treffen sich schon 13.45 h am Bahnhof Bayer-isch Eisenstein, wo sie bequem Ihr Auto abstellen können.)
Der Grüne Bus bringt uns in ca. 1 Stunde nach Srní/Rehberg, wo wir noch eine kurze Einführungstour radeln können. (Ca. 8 km) - Wir bleiben 4 Nächte im komfortablen, schön gelegenen 3-Sterne-Hotel Vydra.
So.: Bäche, Moore, Ausichtsgipfel
(40 km; bergauf(+): 340 Höhenmeter; bergab(-): 560 hm)
Mit dem Grünen Bus nach Philippshütten, mit 1100 hm das höchstgelegene Dorf des Böhmerwaldes. Leicht hügelig radeln wir zuerst zum einsamen Pürstlingmoor, einer der malerischsten Orte des Böhmerwaldes. Das enge Lusen-bachtal geht es dann gemächlich hinunter nach Modrava (Mittagspause) und das breite Rachelbachtal mit romantischen Wildbachtreppen wieder hoch zum Dreiseenmoor. Bei Lust und Schönwetter lohnt unbedingt ein Wanderabstecher zum Aussichtsgipfel Oblik. – Am Ende bergab den Tetauer Schwemmkanal entlang zum Hotel.
Mo.: Verlassene Dörfer, Gletschersee, Schachten
(25 km; + 520hm ; - 550 hm;
Verlängerung: 10-20 km; + 200 hm; - 600 hm)
In 4 Richtungen geht der Grüne Bus von Srni aus. Heute bringt er uns nach Nová Hùrka. Wir radeln zum verlassenen Dorf Hurkenthal hinauf. Mauerreste und Alleen erinnern an das einstige kulturelle Zentrum der berühmten Glasherren Abele. Unweit davon versteckt sich der Lakasee, der kleinste und für viele auch der schönste Gletschersee des Böhmerwaldes. Oben beim verlassenen Bergdorf Gsenget treffen wir auf die Grenze. Wer fit ist, macht einen Abstecher zu einer romantischen Schachtenwiese im Bayerischen (oder gar bis zum Höllbachgspreng am Falkenstein). Dann hinab nach Stubenbach und leicht hügelig zurück.
Di.: Einödhöfe, Traumabfahrt und Traumblicke
(24 km; + 290hm; - 830 hm / Vydra hoch: 10 km; + 370 hm)
Wieder von Philippshütten aus radeln wir diesmal vorbei an 2 Einödhofidyllen über Hinterantygl hinunter zu den malerischen Wiesen am Hammerbach beim „Innergfild“.
3 km bergauf, dann die schönste Abfahrt des Böhmer-waldes, über 10 km ins Otavatal. Dazwischen ist ein Spaziergang zum versteckten Drachenfelsen Pflicht: traumhafte Sicht über endlose Wälder und in die Otava-Schlucht. - Unten bei der Vinzenzsäge, wo Smetana auf das Moldaumotiv kam, kehren wir ein.
Ca. 14 h geht der Bus nach Srní. – Freier Nachmittag.
Alternativ: Wer will, wandert durch die idyllische Vydra-schlucht steil nach Srni hinauf. Es ist der berühmteste Wanderweg der Šumava, der „Rauschenden“, wie die Tschechen ihren Böhmerwald nennen.
(+ 9 km; Räder werden geholt.)
Mi.: Weiterfahrt entlang der Moldau. Grenzidyllen
(50 km; + 620hm; -760 hm;
ohne Moldauquelle: 30 km; +/- 450 hm)
Wer Lust hat, radelt, die Gemütlicheren nützen nochmals den Bus Richtung Schwarzenberg und Moldauquelle. Herrliche Abfahrt der Moldau entlang. Nahe dem Moorsee-Idyll bei Ferchenhaid laden Biergärten zur Pause, dann geht es hoch zur Grenze ins eindrucksvolle Niemandslanddorf Fürstenhut und wieder lange und gemächlich bergab zum Grenzort Kuschwarda/Strážný. Ein kurzer Schock an der Schnellstraße, aber hinter den Vietnamesenmärkten beginnt schon wieder Einsamkeit pur. Ein versteckter Pfad führt in den bayerischen Grenzweiler „Schnellenzipf“. Dort gönnen wir uns eine gemütliche Brotzeit, vor dem kurzen Anstieg zum Landhotel in Bischofsreut. 3 Nächte bei der freundlichen Wirtsfamilie Madl, unserem Stammquartier im Böhmerwald.
Do.: Kalte Moldau – Schwemmkanal – Blauer Hirsch
(65 km; + 480 hm; - 700 hm; Verlängerung
zum Gletschersee
: + 5 km; +/- 300 hm)
Lange Strecke, aber es gibt viele Kurzvarianten (+gegebenfalls Zug-Hilfe!)
Heute radeln wir den anderen Quellbach, die Kalte Moldau abwärts. Eine Traumstrecke für Radler, vorbei am Zusammenfluß mit der Warmen Moldau, dann entlang der malerisch mäandernden Moldau weiter zum Stausee, dem “Böhmerwaldmeer”. Ein wunderschönes Tal führt hinauf zum Schwarzenberger Schwemmkanal, dem großen technischen Wunderwerk im Böhmerwald.
(Heutiges Extraziel für Bergfreaks: der Plöckensteinsee.)
Ca. 15 km radeln wir den Kanal abwärts durch Wald und Niemandslandwiesen mit schönen Aussichten. Fast wie ein Phantom taucht die Kirche von Hintergöckelberg vor uns auf, ein höchst eindrücklicher Ort. Bald danach überquert der Kanal die Grenze zu Österreich. Wenn Zeit ist, sollten wir unbedingt im Biergarten des Blauen Hirschen eine Mühlviertler Brotzeit probieren. Dann nur noch eine schöne Abfahrt zur Fähre, die uns über den Stausee nach Oberplan bringt. Von dort geht um ca. 17 h der Zug zurück.
Fr.: Niemandsland und Moldauauen
(30-40 km; + 450 hm; - 650 hm/ Wallfahrtskapelle: 5 km)
Knapp 1 km vom Hotel ist unser Wandergrenzübergang. Ein Wiesenweg führt nach Böhmisch Röhren hoch. Dort treffen wir den „Böhmerwäldler“: Egon Urmann. Am alten Friedhof, der nur durch ein kleines Wunder den Sozialismus überlebte, erzählt er nachdenkliche und lustige Ge-schichten. Und beim märchenhaften Straßendorf Guthausen nahe der Moldauauen zeigt er uns, wie man Gold wäscht. – Mittagspause im urigen Gasthaus „Zum Deutschen“.
Für Bergfreaks ist erneut ein Abstecher möglich: zur malerischen Wald- und Wallfahrtskapelle beim Dorf Tusset, das nach der Wende vom Soldatendorf zu einem touristischen Geheimtipp wurde.
Am Ende geht es nochmals durch Niemandslandidyllen entlang der Grenze zurück. – Abschiedsabend.
Sa.: Rückfahrt mit Charterbus
Zur Waldbahnstation Grafenau (mit Anschluss um 10 Uhr nach Zwiesel und weiter nach Bayerisch Eisenstein bzw. Plattling). Zugfahrer sind um 11.54 h an der IC-Station Plattling.
Reiseleitung:
Erwin Aschenbrenner
Leistungen Fahrradreise Tschechien Böhmerwald
- 7 Übernachtungen mit Frühstück (ZImmer mit Du/WC)
- engagierte und kompetente Begleitperson
- Begleitauto für's Gepäck
- Transfer ab/nach Eisenstein
- alle Programmfahrten in Tschechien
- Tourenführungen (täglich)
- Kulturprogramm, Vorträge
- ausführliches Karten- und Infomaterial
Mindestteilnehmeranzahl: 7; Maximal: 18.
Die üblichen, über unsere Leistungen hinausgehenden Ausgaben
in CR sind sehr gering: max. € 10.- pro Tag.
Leih-Tourenräder Tourenräder mit 21 Gängen
oder Rücktritträder mit 7-Gang-Nabenschaltung können
Sie für
€ 50,-bei Sportservice Zelezna Ruda bestellen. Die Räder
erhalten Sie dann vor Ort in Bayerisch Eisenstein nach dem Treffen
am Bahnsteig. Reservierung über uns, wir geben Ihre
Bestellung weiter, Bezahlung vor Ort. Bitte möglichst
bei Anmeldung, spätestens aber 2 Wochen vor Beginn der Reise
bei uns reservieren.
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