Kultur-Reise: Osteuropa / Polen / Warschau, Lublin,
Krakau
Zwischen Warschau, Lublin und Krakau
Landschaften in Ostpolen und ihr jüdisches Gedächtnis
Für 3 Millionen Juden war bis 1940 Polen eine weithin friedvolle
Heimat. Seit dem 14. Jhdt. suchten sie dort Zuflucht, wo es über
Jahrhunderte kaum Progrome gab. Anfang des 20. Jhdts. beherbergte Polen
den größten Teil der jüdischen Weltbevölkerung. Besonders
in Ostpolen prägten Juden - neben Katholiken, Unierten und
Orthodoxen - die Faszinationen dieser Kultur-landschaft. Hier bauten
sie die literarisch so stimmungsvoll beschriebenen „Schtetl“,
hier und in Städten wie Warschau und Krakau gab es die pulsierende
jüdische Welt, das Gemisch jiddischer und hebräischer Klänge,
Aufklärung und Orthodoxie, Reichtum und soziale Not ... Und hier
fand zwischen 1941 und 1944 eine beispiellose Vernichtung der Menschen
und ihrer Kultur statt: Auschwitz, Treblinka, Majdanek ...
Die ostpolnischen Landschaften und Städte haben ein Gedächtnis.
Auf der Reise werden wir grandiose Marksteine vergangener und gegenwärtiger
jüdischer und polnischer Kultur sehen. Und wir werden uns -
gemäß unserem Grundkonzept - Zeit nehmen, um bei Wanderungen
in schönen Land-schaften das Gesehene und Erlebte zu verdauen.
Mit Jola Graczyk
aus Warschau (siehe Bild unten) haben
wir eine großartige Reiseleiterin für dieses Thema gefunden.
Die Kunsthistorikerin, die in Deutschland studiert hat, ist sehr engagiert,
kompetent, fürsorglich und freundlich und freut sich auf unser interessiertes
Kulturreise-Publikum.
Dazu kommen weitere hochkompetente ReferentInnen und Gesprächspartner.
Reiseverlauf
Fr.: Anfahrt nach Warschau,
z.B. 22.11 h ab Hannover im Nachtzug; Warschau Centralna an: 8.51 h. (Die
Anfahrt ist nicht im Preis. Wir können aber bei rechtzeitiger Voranmeldung
bei der Besorgung einer günstigen Bahnfahrkarte helfen. Siehe unten.)
Sa.: Warschau Sommerresidenz und Altstadt
1.Treffpunkt: Jola holt Sie 8.51 h am Bahnsteig in Warschau Centralna
ab. Sie fahren mit Taxis den kurzen Weg zum Hotel. 2.Treffpunkt: 10 h,
Rezeption im Hotel Gromada. (Genaueres mit dem Infopaket.)
Nach dem Frühstück beginnt die Reise geruhsam. Ideal dafür
ist die königliche Sommerresidenz mit dem Park Lazienki (Chopin-Denkmal,
Inselpalais, Ujazdowsiki-Schloss ...).
Am späten Nachmittag Führung durch die Altstadt, welche eigentlich
eine neue, zwischen 1946 und 1963 erbaute Stadt ist. Und doch hat das
Ensem-ble von Schloss, Hauptplatz und Gassen, von Kirchen, Denkmälern
und gotischen Bürgerhäusern eine einzigartige historische Atmosphäre,
die das Unesco-Prädikat „Weltkulturerbe“ bekommen hat.
Ein Film, der das alte Warschau und die von den Deutschen nach dem Warschauer
Aufstand völlig zerstörte Stadt zeigt, verdeutlicht uns auch
die unglaubliche Renovierungsleistung.
In einer schönen Kneipe lassen sich dann Abendessen und eine Einführung
zum weiteren Reiseverlauf genießen.
2 Nächte im 2-Sterne-Hotel Gromada im Zentrum
So.: Warschau und die Spuren der Vernichtung
1940 war Warschau - nach New York - die größte
jüdische Siedlung weltweit. 360 Tausend Menschen, also über
30% der Stadtbevölkerung, waren jüdisch.
Wir begeben uns auf ihre Spuren und die Spuren ihrer Ausrottung. Jola
wird Ihnen die eindrücklichen Denkmäler (Ghetto-Umschlagplatz;
Mahnmal der Helden, siehe Bild unten) ebenso nahe bringen wie die unvorstellbar
dramatische Geschichte des Ghettos, das ab Sommer 1942 jeden Tag Tausen-den
von Juden den Tod bedeutete. Dazu die vielfältigen Vor- und Nachgeschichten
bis zum Kniefall Willy Brandts.
Aber auch Spuren des alten (und neuen) Juden-tums können Sie noch
erleben. Am eindrücklichsten vielleicht in der Ruhe des großen
Jüdischen Fried-hofs und in der einzig gebliebenen Synagoge.
Und am Abend - fakultativ - im Jüdischen Theater.
Mo.: Weiterfahrt nach Lublin über Kazimierz
Ein Charterbus holt Sie ab. Gemütliche Zwischen-aufenthalte haben
wir in Pulawy mit einem Spazier-gang im Landschaftspark um das Palais
Czartoryski und vor allem im beschaulich-malerischen Städtchen Kazimierz
Dolny, einst eine regsame Handelsstadt, in der 80% der Bevölkerung
jüdisch waren. In dem Lieblingsstädtchen Ihrer Reiseleiterin
lassen sich reich verzierte Bürgerhäuser und pittoreske Getreidespeicher
bewundern und es gibt schöne Cafés. Wir machen zudem eine
kleine Wanderung zu den Burgruinen und einen Schiffsausflug auf der Weichsel,
dem Fluss der uns fast die ganze Reise durch begleitet.
Dann ist es nicht mehr weit nach Lublin. Am frühen Abend beziehen
wir für weitere 2 Übernachtungen unser Hotel „Huzar“.
Vor dem Abendessen kurze Einführung in die Altstadt. Sie werden von
der Atmosphäre begeistert sein.
Di.: Lublin und Majdanek
Jolas Freundin Marlene Walach ist Germanistin, Histo-rikerin und ideale
Reiseleiterin für die geschichtsträchtige multikulturelle Stadt.
Die Jeshiwa des vor allem von chassidischen Juden bewohnten Lublin war
einst die größte Talmud-Schule der Welt. Das Kopfsteinpflaster
der Gassen und die verfallenen Bürgerhäuser (zwischen teils
wunderbar renovierten Plätzen) wirken hier wie Mahnmale vergangener
Größe. Wir gehen durch die fast verschwundene jüdische
Vorstadt zum Burgtor Brama Grodzka, in dem sich eine großartige
Dauerausstellung zur Geschichte der Lubliner Juden befindet. Ein hochengagierter
Versuch meist junger Leute, mit Bildern und Tönen, Treppen, Gängen
und Modellen das frühere Leben zu veranschaulichen. Sieht man durch
die Turmfenster und vergleicht, sieht man sehr real das Verschwundensein
dieser Kultur.
Nach einem kurzen Besuch der Burgkapelle mit den imposanten, byzantinisch
anmutenden Fresken bleibt individuell Zeit für die wunderschöne
Altstadt und ihre Kneipen oder für den Trödel- und Bauernmarkt.
(Meist sind die Händler die Nachbarn aus Weißrussland.)
Nachmittags besuchen wir die zwei gebliebenen äusserst eindrücklichen
jüdischen Friedhöfe und eine Ausstellung, die insbesondere das
Verhältnis zwischen Polen und Juden angesichts der Vernichtung thematisiert.
Spätnachmittags Fahrt in den Vorort Majdanek, zweitgrößtes
Vernichtungslager der Nazis: Stacheldraht, Wachtürme, Krematorien
und eine endlose Reihe schäbiger Holzbaracken. 360 Tausend Menschen,
zum großen Teil polnische Juden, wurden hier - unmittelbar
vor den Toren der Stadt - ermordet.
Am Abend treffen wir uns mit Mitarbeitern des Theater “NN”
zum Gespräch über deren Erfahrungen , wie Gedächtnis an
jüdische Vergangenheit zu bewahren ist.
Mi.: Über Sandomierz zum Nationalpark Ojcow
Fast 300 km sind es von Lublin bis zu unserem Hotel am Rande des Nationalparks,
das aber schon unmittelbar vor den Toren Krakaus liegt. Im Bus ist Zeit
für Erläuterungen und Lesungen zur Geschichte der Re-gion. Eine
längere Mittagspause machen wir in San-domierz, wieder einer malerischen
Stadt an der Weichsel, mit stimmungsvollem Gassen, Bürgerhäu-sern
und „Rynek“. Falls Zeit ist, besuchen wir noch die Synagoge
in Pinczow und kommen am späten Nach-mittag zu unserem gemütlichen
Hotel „Krystina“, wo wir diesmal 3 Nächte bleiben können.
Do.: Wanderung zur Burg Pieskowa Skala
Eine Wanderung im Nationalpark Ojcow wird der ideale „Ruhetag“
zum Verdauen der vielen Eindrücke sein. Circa 10 km sind es von dem
schönen Dorf mit Burgruine auf der romantischen „Route der
Adler-horste“ vorbei an faszinierenden Höhlen und Felsformationen
zur nächsten Burg, der eleganten Renaissance-Residenz Pieskowa Skala.
Nachmittags haben Sie einige Stunden Pause, abends beim Lagerfeuer eine
Lese- und Gesprächs-runde zu polnischen Themen.
Fr.: Auschwitz und Birkenau
In den Vernichtungslagern bei Auschwitz kamen vier- Millionen Menschen
ums Leben, davon waren 2,5 Millionen Juden. Auch wenn die Zahlen des unvorstellbaren
Mordens sich nicht nachvollziehen lassen, hilft jeder Besuch des Ortes,
das Vergessen zu verhindern.
Wir bekommen eine Sonderführung. Das Stammlager Auschwitz ist im
guten Sinne museal eingerichtet und geht auch auf Einzelschicksale und
einzelne Themen, wie z. B. die Sondersituation der Juden ein. Die Be-sichtigung
des riesigen Areals von Birkenau verdeutlicht hingegen das gewaltige Ausmaß
der Vernich-tungsfabrik. - Im Anschluss an die Besichtigungen werden
wir Gelegenheit haben, mit einem Zeugen der Leiden und Verbrechen im KZ
zu sprechen.
Sa.: Krakau / Kraków
In 30 Busminuten sind wir in Krakau, der Stadt, die in ihrer Bausubstanz
glücklicherweise kaum vom Krieg zerstört wurde. Sie ist
so kulturelle Vorzeigestadt Polens, auch was die Dichtheit wertvollster
Architektur
betrifft: Wunderschöne Bürgerhäuser, prächtige Kirchen,
Paläste, Hinterhöfe und Museen liegen hier eng zusammen. Schon
1978 wurde die historische Stadtanlage ins Unesco-Weltkulturerbe aufgenommen.
Unsere Krakauer Referentin Maria Wach wird uns auf ebenso agile und freundliche
wie fundierte und humorvoll-akzentuierte Weise ihre Stadt zeigen: Natürlich
zuvorderst am Hauptplatz die Marienkirche mit dem weltberühmten Hauptaltar,
dem größten und berühmtesten Werk von Veit Stoß,
dann die Tuchhallen, wohl architektonisch eines der schönsten „Einkaufzentren“
der Welt. Nachmittags streifen wir durch die Gassen, besichtigen Palais
und Hinterhöfe und die wunderbaren Restaurants und Cafes. Zum Schluss
der Wawel mit Königsschloss und Kathedrale.
Gemeinsames Abendessen ist im nahen Kazimierz. Hier spielt jeden Abend
Klezmer-Musik, oft mit den weltweit besten Musikgruppen. Ein Konzertbesuch
ist sicher ein guter Rahmen für unseren Abschiedsabend.
Die letzte Nacht bleiben wir in Krakau,
im 2-Sterne-Hotel „Royal“.
So.: Krakau-Kazimierz / Rückfahrt
Der engbebaute Stadtteil Krakaus war im Mittelalter das größte
jüdische Wohnviertel Europas. Heute ist hier ein spannendes Gemisch
aus Bauruinen und hervorragend renovierten Gebäuden. Der Tourismus
bringt Geld zur Renovierung dieser architektonischen Perle jüdischer
Kultur. Wir besuchen mehrere eindrückliche Synagogen, den alten und
neuen jüdischen Friedhof, nehmen uns aber auch Zeit für den
Markt, die vielen Galerien und die stilvollen Cafés.
Für die meisten wird dies der schöne und geruhsame Abschluss
der Reise sein, der sich verbinden lässt mit einem Stadtbummel und
einem Rückblick beim Abendessen im Altstadtviertel (nahe am Bahnhof).
Rückfahrt z. B. im Nachtzug: Krakau ab: 21.22 h. Berlin Lichtenberg
an: 8.10 h. Siehe unten.
Reiseleitung:
Jola Graczyk
| Leistungen
/ Preise
• 8 Übernachtungen mit Halbpension.
• geführtes Programm, zugehörige Eintritte
• kompetente Begleitperson und Referenten
• alle Programmfahrten
8 - 16 TeilnehmerInnen
Veranstalter ist "Begegnung mit Böhmen",
Dr. Erwin Aschenbrenner.
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Zur An- und Rückfahrt: Wir empfehlen Bahnfahrt.
Möglich sind natürlich auch Bus, Flug bzw. Autoanfahrt. Die Hotels
haben (meist kostenpflichtige) Parkplätze.
Preisgünstige Nachtbusse nach Polen bietet z.B. www.deutsche-touring.com,
Tel: 069-7903-50.
Zur Bahnfahrt empfehlen wir frühzeitige Buchung, damit Sie ein 50%-Sparpreisticket
(beschränktes Kontingent) erhalten.
Wir geben 2 Monate vor Reisebeginn Telefonnummern der Kunden weiter, die an
gemeinsamer Anfahrt nach Polen interessiert sind. Sie können sich dann
in eigener Regie zu einer Grup-pe absprechen und z.B.über „Kopfbahnhof
Berlin“ sich ein An-gebot für Ihre Gruppe machen lassen. Ersparnis
kann bis zu 70% sein. Wir empfehlen folgende Verbindungen: Hinfahrt: Köln
(18.18 h) ... Dortmund (20.06) … Hannover
(22.11.), Braunschweig (22.54), Warschau Centralna an: 8.51 h Rückfahrt: Krakau
ab: 21.22 h, Berlin Lichtenberg an: 8.10 h.
Fahrpreis 2. Kl., ohne Ermäßigung, hin ab Hannover:
im Liege-wagen, 4er Abteil: 76 € + 21 €; im Schlafwa., 2er
Abteil:76 € + 52 €. Zurück Krakau - Berlin Lichtenberg: im Liegewagen,
4er Abteil: 50,20 € + 20 €; Im Schlafwagen, 2er-Abteil: 50,20 € +
42 €.Falls Sie früher anreisen, können wir Ihnen auch
für Freitag Abend ein Zimmer im Hotel Gromada reservieren (EZ ca.
50 €, DZ ca. 70 €, mit Frü.). Bitte aber möglichst
schon mit Anmeldung mitbestellen.
Verlängerungsmöglichkeiten in Krakau:
Für Krakau und seine Umgebung nur 4 Tage Zeit zu haben ist eigentlich
schade. Wenn Sie wollen, können wir gerne für Sie Ihr Zimmer im Hotel
Royal verlängern. Die Kosten (EZ ca. 40 €, DZ ca. 60 €, jeweils ÜN
mit Fr.) können Sie direkt vor Ort bezahlen, auch die Ausflüge z.
B. zum Wallfahrtskloster in Tschenstochau oder (sehr empfehlenswert!) das nahe
Salzbergwerk Wieliczka mit seinen geheimnisvollen unterirdischen Gängen,
Hallen, Kapellen und Seen.
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Chopin-Denkmal

Denkmal zum Warschauer-Ghetto-Aufstand







Ausstellungsplakate
in polnisch, hebräisch und englisch.
Seit hier „Schindlers Liste“ gedreht wurde, ist das einstige
jüdische Viertel von Krakau wieder ein Zentrum für jüdische
Kultur, das Touristen aus der ganzen Welt anzieht.



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